Plotmanager installieren und einrichten
Der Plotmanager ist eine eigenständige Windows-Anwendung, die unabhängig vom Grafis-Programm betrieben werden kann. Er läuft unter Windows 7 und höher (ältere Windows-Versionen ggf. auf Anfrage).
Auswahl eines geeigneten PCs als Plotserver
Plotserver ist der Computer, an dem der Plotter angeschlossen ist bzw. über den die Daten zum Plotter weitergeleitet werden sollen. In der Regel sollte dieser PC aus dem lokalen Netz heraus erreichbar sein oder Zugriff auf die zentrale Datenablage haben.
Beim Ansteuern älterer Plotter, die noch über eine serielle oder parallele Schnittstelle verfügen (LPT oder COM), kann es sinnvoll sein, einen separaten einfachen PC für diese Aufgabe einzurichten. Ist der Plotter über das Netzwerk zu erreichen, könnte das aber auch eine virtuelle Maschine auf dem Server sein, der Fileserver selbst oder auch der PC, auf dem der Grafis-Anwender arbeitet.
Je nach der Anzahl der verfügbaren Schnittstellen können auch mehrere Plotter gleichzeitig an diesem PC betrieben werden. Für jeden dieser Plotter muss ein separater Plotmanager mit eigenem Verzeichnis angelegt werden. Das Arbeitsverzeichnis des Plotmanagers muss dazu nicht unbedingt lokal angelegt sein. Wenn in der Firma ein zentraler Server existiert, der rund um die Uhr in Betrieb ist, kann das Plotverzeichnis auch dort angelegt werden. Der Vorteil ist, dass der Plotserver nicht eingeschaltet sein muss, um Plotaufträge zu erstellen. Erst wenn geplottet werden soll, muss er in Betrieb sein.
Installation des Plotmanagers
Die Installation des Plotmanagers erfolgt über das Programm PLOTMGR!.EXE, das von unserer Website unter https://www.grafis.de/downloads heruntergeladen werden kann. Ein Doppelklick auf dieses Programm startet den Installationsprozess.
Der Plotmanager benötigt ein eigenes Verzeichnis auf dem Plotserver, z.B. C:\PLOTTER. Wenn der Plotserver über das Netzwerk angesteuert werden soll, muss dieses Verzeichnis noch freigegeben werden oder es sollte sich um ein Verzeichnis auf einem Netzlaufwerk handeln. Zu Beginn der Installation wird dieser Ordner abgefragt.
Einrichtung des Plotmanagers über das mitgelieferte Konfigurationsprogramm "CONFIGMGR.EXE"
Nach der erfolgreichen Installation startet das Setup-Programm des Plotmanagers, siehe Bild 1 .
Stellen Sie nacheinander die Optionen in den Rubriken "Plot-Kommando", "Plot.bat-Konfiguration" bzw. "ncat-Konfiguration", "Optionen" und "Zeiteinstellungen" entsprechend des vorliegenden Systems ein.
Bereich Plot-Kommando
Grundsätzlich kennt der Plotmanager 4 verschiedene Methoden, Daten an einen Plotter zu übertragen.
1. Standard (mit PLOT.BAT)
Wählen Sie diese Methode, wenn der Plotter z.B. direkt an einem älteren PC über eine serielle (COM bzw. RS232) oder parallele Schnittstelle (LPT) angeschlossen ist.
Das Konfigurationsprogramm erstellt dabei eine PLOT.BAT, über die die Ausgabe der Daten zum Plotter erfolgt.
Bei einem Plotteranschluss über die serielle Schnittstelle (COMx: ) müssen zusätzlich noch die Schnittstellenparameter gewählt werden (Baudrate, Parität, Protokoll). Die Auswahlbox unter Mode-Befehl vorab gibt hierzu die entsprechenden Optionen. Es gibt auch fertig vorbereitete Konfigurationen für die Nutzung von Gerber AP-Plottern, die über ein eigenes Plot-Programm angesteuert werden müssen.
Diese Methode kann aber auch gewählt werden, wenn die Plot-Daten von einem zum Plotter mitgelieferten Programm automatisiert verarbeitet werden (z.B. bei Algotex oder TKT Brainpower). Wählen Sie dafür bei Ausgabeziel das Arbeitsverzeichnis der Plottersoftware.
Bei folgenden Plottern ist diese Methode am besten geeignet: ältere Wild- oder Zünd-Plotter mit serieller Schnittstelle (RS232 oder COM-Port), Gerber AP Serie, Mutoh-AC oder ältere Summa-Plotter mit COM oder LPT Port.
2. Senden über Windows-Drucker-Treiber
Sollte der Plotter über USB oder eine Netzwerkverbindung angeschlossen sein und auch über normale Windows-Druckertreiber verfügen, wählen Sie Senden über Windows-Drucker-Treiber und aktivieren den Schalter Plotkommando sichtbar. Die Weitergabe der Plotdaten an das Gerät erfolgt dann über den Windows-Treiber (WINSPOOL). Die Auswahl der konkreten Druckertreibers erfolgt später im Plotmanager selbst.
Bei folgenden Plottern ist diese Methode am besten geeignet: HP Designjet, Canon iPF und ähnliche Tintenstrahlplotter, meist mit A0-Breite, die über Windows-Treiber verfügen und HPGL verarbeiten können.
3. Senden über eine Netzwerkverbindung (ncat.exe)
Das Tool "Netcat" (oder auch ncat.exe) ist ein Teil der OpenSource-Werkzeugsammlung NMAP die auf der Homepage des Projekts unter https://nmap.org/download.html heruntergeladen werden kann. Da die direkte Übergabe von Plotdaten auf einen Plotter mit diesem Tool sehr einfach und zuverlässig möglich ist, haben wir mit Version 2.00 des Plotmanagers dafür eine eigene Konfigurationsmethode eingebaut.
Sobald "Netzwerk" als Übergabemethode ausgewähl ist, erscheint unterhalb die Konfiguration für die Übertragung. IP-Adresse und Port müssen ausgewählt werden. Die Portnummer für Standard-TCP/IP-Plotter ist "9100", Zünd verwendet für seine Geräte z.B. "50000".
Bei folgenden Plottern ist diese Methode am besten geeignet: Summa-Plotter oder Zünd-Plotter mit Netzwerkanschluss.
4. frei wählbar
Diese Methode erlaubt dem Nutzer, jegliche Kommandos individuell in der Kommandozeile oder in einer möglichen PLOT.BAT manuell zu hinterlegen.
Bereich Optionen
Für eine Plotmanager-Installation kann ein Plottername hinterlegt werden. Das ist insbesondere dann sehr hilfreich, wenn über den selben PC mehrere verschiedene Geräte angesteuert werden sollen. Der Name darf aber auch leer bleiben.
Der Schieberegler Kalkulation der Plotzeit gibt an, nach welchem Kriterium der Plotmanager die voraussichtliche Plotzeit berechnen soll. Bei der Berechnung wird grundsätzlich zwischen Tintenstrahlplottern (wie z.B. HP Designjet, Canon iPF, Algotex oder TKT Brainpower) und Stiftplottern (wie z.B. Summa S-class, Graphtec oder Zünd) unterschieden. Bei Tintenstrahlplottern hängt die Abarbeitungszeit ausschließlich von der bedruckten Fläche ab, richtet sich also in der Regel nach der Länge der Plotbildes. Bei Stiftplottern hängt die Plotzeit dagegen maßgeblich von der Länge der gezeichneten Linien und von der Komplexität des Bildes ab. Der Schieberegler wird also in der Regel auf ganz links (Tintenstrahlplotter) oder ganz rechts (Stiftplotter) geschoben. Es kann aber zur besseren Berechnung der Plotzeit auch Mischvarianten geben.
Die Option "fest eingestellte Werte für Kalkulation nutzen" gibt es seit Version 2.00 und dient der besseren Vorhersage von Plotzeiten speziell bei über Windows-Treiber angesteuerten Plottern. Hier wird die Einstellung der Berechnungswerte manuell optimiert und bleibt fest hinterlegt.
Bereich Zeiteinstellungen
Die übrigen Parameter in diesem Bereich sollten zunächst unverändert bleiben. Eine genauere Erklärung ihrer Bedeutung finden Sie am Ende des Textes.
Sämtliche Einstellungen und Optionen werden in der Datei PLOTMGR.INI im aktuellen Ordner gespeichert. Eine Erläuterung zu den einzelnen Optionen in dieser Datei finden Sie ebenfalls am Ende des Textes.
Nachträgliche Änderungen an dieser Konfiguration sind jederzeit möglich, indem das Programm "CONFIGMGR.EXE" erneut gestartet wird.
Das Programm "CONFIGMGR.EXE" darf nur ausgeführt werden, wenn PLOGMGR.EXE nicht gleichzeitig aktiv ist!
Das Installationsprogramm PLOTMGR!.EXE richtet für den Plotmanager ein Symbol im Autostart-Ordner ein, damit der Plotmanager automatisch startet, sobald die Benutzeranmeldung erfolgt ist.
Wenn aus bestimmten Gründen die Installation des Plotmanagers nicht über das mitgelieferte Tool erfolgen soll oder kann, sind für die Einrichtung und den Betrieb des Programms folgende Dateien notwendig: PLOTMGR.EXE (das Plotmanager-Programm), PLOTCTL.EXE (das Tool für die Fernsteuerung und Kontrolle des Plotmanagers), CONFIGMGR.EXE (Setup-Programm für Plotmanager). Der Download einer ZIP-Datei mit diesen 3 Programmen erfolgt über: https://download.grafis.de/misc/ In diesem Ordner gibt es stets die aktuelle Version dieser Dateien als "plotmgr!xxx.zip".
Diese in der ZIP-Datei enthaltenen Programmdateien werden in einen Ordner kopiert, der für die spätere Verwendung als Zielordner für Plotdaten im Netzwerk freigegeben wird. Die Programmdatei PLOTMGR.EXE sollte über eine Verknüpfung im Autostart-Ordner für automatisches Starten eingerichtet werden. Anschließend führen Sie die Datei CONFIGMGR.EXE aus, um die Einrichtung der PLOT.BAT und das Konfigurieren der Software wie oben beschrieben abzuschließen