Digitalisieren der Schnittkontur
Das Digitalisieren von Papierschnitten war über viele Jahre nur mit Hilfe eines Digitalisiertabletts möglich. Dazu wird ein Digitalisiertablett mit einer 16-Tasten-Lupe und einem zum Betriebssystem passenden WinTab-Treiber benötigt. Die alternative neue Methode ist das Digitalisieren von fotografierten Schnittteilen innerhalb von Grafis ohne Digitalisiertablett. Dazu werden die Schnittteile mit einer handelsüblichen Digitalkamera fotografiert, mit einer Zusatzsoftware nachbearbeitet, danach in Grafis als Hintergrundbild geladen und nachgestellt oder digitalisiert. Kleinteile, die mit einem Scanner eingescannt wurden, können auch ohne Zusatzprogramm in GRAFIS CAD als Hintergrundbild geladen und am Bildschirm digitalisiert werden. Das Zusatzprogramm PFP 2.1 bietet eine automatische Konturerfassung der fotografierten Schnittteile. Die Fotos und die Konturen werden in GRAFIS CAD interaktiv nachgestellt oder als Sprungwertschnitt bearbeitet werden. Das Digitalisieren der Konturen ist in diesem Fall nicht nötig.
Das Digitalisieren mit einem Digitalisiertablett hat eine Genauigkeit von theoretisch 1mm, und ist nur abhängig von der Welligkeit der Vorlage. Allerdings nimmt ein Digitalisiertablett viel Platz weg, hat hohe Anschaffungskosten und ist zudem schwer und unhandlich. Große Probleme gibt es in der Regel bei der Umstellung auf neue Betriebssysteme, da dann auch vom Hersteller ein neuer Treiber für das Digitalisiertablett benötigt wird.
Beim Digitalisieren fotografierter Schnitte in GRAFIS CAD hängt die Genauigkeit davon ab, wie fotografiert und wie gut danach das Foto nachbearbeitet wird. Zunächst werden die Schnittteile auf einem Rechteck mit bekannten Abmessungen platziert (Bild 1). Die Schnittteile müssen dann mit einer Digitalkamera mit guter Optik fotografiert werden. Das Nachbearbeiten der Fotos mit einem Zusatzprogramm ist notwendig, um Linsenverzerrungen durch die Kameraoptik und die Perspektive herauszurechnen und im Pixelbild den korrekten dpi-Wert einzutragen. Dieser Vorgang ist nicht hundertprozentig exakt. Je höher die Linsenverzerrung ist, umso eher kann es zu Abweichungen kommen. Linien auf einem Pixelbild haben danach nicht mehr die Genauigkeit einer Stiftbreite. Das Digitalisieren am Bildschirm ist daher etwas ungenauer als das Digitalisieren mit einem Digitalisiertablett. In der Regel reicht diese Genauigkeit allerdings völlig aus und es überwiegen die Vorteile, insbesondere die Ortsunabhängigkeit beim Fotografieren der Schnittteile, der geringe Kostenaufwand und Platzbedarf.
Voraussetzung für das Digitalisieren mit einem Digitalisiertablett, im Folgenden ‚mit Tablett‘, ist ein angeschlossenes und eingeschaltetes Digitalisiertablett mit 16-Tasten-Lupe. Der zugehörige Windows-Treiber muss installiert sein. Sind diese Bedingungen erfüllt, liefert das Testprogramm \Grafis\HILFEN\TABTEST.EXE beim Bewegen der Digitalisierlupe über die aktive Fläche die jeweiligen Pixel-Positionen in X- und Y-Richtung.
Legen Sie sich die Übersicht über die Belegung der Lupentasten und die Menü-Schablone für das Digitalisiertablett bereit. Lupentastenbelegung.pdfundDigitalisierschablone.pdf
Positionieren Sie die Menü-Schablone an beliebiger Stelle im aktiven Bereich des Digitalisiertabletts. Nur zu Beginn und nach jeder Lageänderung ist Ihre Position wie folgt zu bestimmen. Im Menü Digitalisieren wird durch <TAB> (Tabulatortaste) das Einrichten gestartet. Danach sind die Punkte P1 und P2 der Menü-Schablone zu digitalisieren.
Voraussetzung für das Digitalisieren fotografierter Schnitte, im Folgenden ‚mit Maus‘, ist eine handelsübliche Digitalkamera mit mindestens 7 Megapixeln, eine rechteckige Unterlage mit bekannten Abmessungen und eine Zusatzsoftware zur Bildbearbeitung, z.B. PFP 2.1. Die rechteckige Unterlage wird auf einer ebenen Fläche fixiert, darauf ein oder mehrere Schnittteile platziert und von den Schnittteilen mit Unterlage ein Foto aufgenommen (Bild 1). Dieses Foto wird mit dem Zusatzprogramm nachbearbeitet und anschließend als Hintergrundbild in Grafis geladen, siehe Pixelbilder in Grafis-Konstruktion.
Das Digitalisieren wird erleichtert, wenn auf der Vorlage die gewünschten Gradierpunkte besonders markiert sind. Sie können auch per Hand eingezeichnet werden.
Mit Sprungwertschnitt digitalisieren
wird in ein leeres Teil digitalisiert. Aktivieren Sie daher ein Teil mit „0“ Protokollschritten. Der digitalisierte Schnitt kann später in das Protokoll oder die Bibliothek eingebunden oder als Vorlage gespeichert werden.
Mit Sprungwert → Sprungwertschnitt bearbeiten ist das Nach-Digitalisieren von Punkten, Linien oder Sprungwerten in unbearbeitete oder bearbeitete Sprungwertschnitte oder aber in konstruierte Schnitte möglich. Diese Nutzungsvariante wird nicht detailliert erläutert.
Vor dem Digitalisieren muss Grafis mitgeteilt werden, welche Größe der zu digitalisierende Schnitt hat. Die Basisgröße ist auf die erste Position der Größentabelle
einzutragen.
Nach diesen Vorbereitungen wird mit Sprungwert → Sprungwertschnitt digitalisieren fortgesetzt. Es öffnet sich das Menü Sprungwertschnitt zum Bearbeiten von Sprungwertschnitten.
Zum Digitalisieren fotografierter Schnitte klicken Sie auf den Menüpunkt Digitalisieren vom Hintergrundbild
. Es öffnet sich der abgebildeten Dialog Digitalisieren mit allen benötigten Funktionen. Die häufig benötigten Funktionen der beiden ersten Reihen liegen als Shortcut auf den Tastaturtasten <1> bis <8>.
Bild 2
Lupentastenfunktionen
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Digitalisieren | Digipunkt setzen |
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Ablegen und weiter | Die aktive Linie/Kurve (rot) oder aktiven Punkte (schwarz/weiß, rund) werden abgelegt. Die nächste Linie/Kurve wird direkt angeschlossen. Der Anfangspunkt der nächsten Linie/Kurve ist gleich dem Endpunkt der letzten Linie/Kurve. Er wird nicht nochmals digitalisiert. |
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Ablegen und neu beginnen | Die aktive Linie/Kurve oder der aktive Punkt wird abgelegt. Es wird ein neues Objekt mit neuem Anfangspunkt digi |
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nächstliegenden Digipunkt löschen | Der zum Kursor nächstliegende, noch aktive Punkt (Digipunkt oder Gradierpunkt) wird gelöscht. |
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Digitalisieren mit Gradierpunkt | Digitalisieren mit Gradierpunkt |
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pick P | Digipunkt auf einen Punkt setzen. |
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pick L | Digipunkt auf eine Linie/Kurve setzen. |
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pick PL | Digipunkt auf den Stützpunkt einer Linie/Kurve setzen. |
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Zoomen Digibereich | Der Bildausschnitt wird so gezoomt, dass er alle aktiven, noch nicht abgelegten Digiobjekte enthält. |
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Zoomen alles | Der Bildausschnitt wird so gezoomt, dass er alle Bildschirmobjekte enthält; analog der Funktion „Bild zentrieren“ mit <F6>. |
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Punkte versetzen | Versetzen von Gradierpunkten <Linien/Kurven neu digitalisieren> Ersetzen von Linien/Kurven. Der Anfangs- und Endpunkt der Linie/Kurve kann nicht verändert werden. |
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Linien/Kureven neu digitalisieren | Ersetzen von Linien/Kurven. Der Anfangs- und Endpunkt der Linie/Kurve kann nicht verändert werden. |
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Punkte | Einzelne Punkte digitalisieren (gilt für alle noch aktiven Digipunkte) |
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Linie/Kurve | Linie/Kurve digitalisieren (gilt für alle noch aktiven Digipunkte). Für eine Linie wählen Sie <Linie/Kurve>, digitalisieren den Anfangs- und Endpunkt der Linie und legen das Objekt ab. |
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Sprungwertschnitt EIN/AUS | Beginnen/Beenden des Digitalisierens von Sprungwerten aus einer Nestzeichnung, siehe Sprungwerte digitalisieren. |
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Attribute setzen | Festlegen des Attributes für die aktive Objektart <Punkte> bzw. <Linie/Kurve>. Klicken Sie auf die gewünschte Attribut-Nummer 1, 2 oder 3. |
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Objekte löschen | Löschen von Punkten mit <Punkt löschen> bzw. Linien mit <Linien löschen>. Beenden des Löschens mit <Löschen AUS>. |
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Auf Teil speichern | Digipunkt auf einen Punkt setzen. |
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Teil hoch, Teil runter | Blättern in der Teileliste. |
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Teil speichern oder Abbruch | Bestätigen der Auswahl in der Teileliste bzw. Abbruch des Speicherns. |
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Digitalisieren verlassen | Verlassen des Digitalisiermodus. |
Zum Digitalisieren mit Digitalisiertablett klicken Sie auf den Menüpunkt Digitalisieren mit Digitizer
. Es öffnet sich das abgebildete Menü digitalisieren. In diesem Menü kann nicht geklickt werden.
Die Steuerung erfolgt allein über die Menü-Schablone auf dem Digitalisiertablett. Im Menü Digitalisieren mit Tablett wird der aktuelle Zustand angezeigt.
Die obersten vier Reihen liegen auf den 16 Tasten der Digitalisierlupe. Alle anderen Funktionen befinden sich auf einer Digitalisierschablone, die in einer Ecke des aktiven Bereiches des Digitalisiertabletts positioniert werden muss.
Lupentastenbelegung.pdfundDigitalisierschablone.pdf
Schrittfolge für das Digitalisieren
- Vorbereitung der zu digitalisierenden Schnitte, Einzeichnen fehlender Markierungen, Entscheiden ob mit oder ohne Nahtzugabe digitalisiert wird
- [mit Tablett] Vorbereitung des Digitalisiertabletts und platzieren der Schnittteile auf dem Digitalisiertablett
- [mit Maus] Schnitteile auf einem Referenzviereck platzieren und fotografieren
- [mit Maus] die Fotos nachbearbeiten
- [mit Maus] die bearbeiteten Fotos als Hintergrundbilder in GRAFIS laden, siehe Abschnitt Pixelbilder in Grafis-Schnittbild, dabei das Bild ausrichten und die Bildgröße prüfen bzw. einstellen.
- ein leeres Teil der Teileliste aktivieren und beschriften (evtl. die Teileliste mit den Bezeichnungen aller zu digitalisierenden Teile vorbereiten)
- Basisgröße des zu digitalisierenden Schnittes auf die erste Position der Größentabelle eintragen
- Sprungwert → Sprungwertschnitt digitalisieren
- Anklicken von Sprungwertschnitt digitalisieren
[mit Tablett] bzw.
[mit Maus]. - [mit Tablett und nur zu Beginn] Einrichten der Menü-Schablone
- [mit Tablett] Eingabetransformation bestimmen und Vergrößerungsfaktor Fa=... festlegen (z.B. 2 für Vorlagen im Maßstab 1:2)
- Digitalisieren von Linien und Punkten
- ggf. Speichern des digitalisierten Schnittes und einen weiteren Schnitt digitalisieren
- Beenden mit [Digitalisieren verlassen]
- Bearbeiten (Nach-Digitalisieren / Ersetzen) und Speichern des Sprungwertschnittes (siehe Sprungwertschnitt speichern und Sprungwertschnitt bearbeiten, Sprungwerte schleppen und übertragen)
- Beenden mit

Eingabetransformation und Maßstabsfaktor
[nur: mit Tablett]
Beim Digitalisieren mit Digitalisiertablett gibt es für die Datenübernahme Digitablett → Grafis fünf Eingabetransformationen
P+Px =>0,0
P+Py =>0,0
P+Px =>P
P+Py =>P
P+P =>P+P
Die Eingabetransformation bestimmt die Datenübernahme Digitablett → Grafis. Sie muss nach jeder Neupositionierung des Schnittes auf dem Digitablett aktualisiert werden. Die Eingabetransformationen werden über die Menü-Schablone aufgerufen. Sie haben folgende Bedeutung.
Transformationen P+Px → 0,0 und P+Px →P
Diese Transformationen richten den Schnitt waagerecht aus. Mit P+Px => 0,0 wird der erste Digitablett-Punkt Pa in Grafis auf den Nullpunkt gelegt. Der zweite Digitablett-Punkt Pb definiert die X-Achs-Richtung der Digi-Vorlage (Bild 3).
Im Unterschied zu P+Px => 0,0 liegt bei P+Px =>P der erste Digitablett-Punkt Pa auf einem zu konstruierenden Punkt in Grafis.
Transformationen P+Py => 0,0 und P+Py =>P
Diese Transformationen richten den Schnitt senkrecht aus. Sie unterscheiden sich von P+Px => 0,0 bzw. P+Px =>P nur dadurch, dass der zweite Digitablett-Punkt Pb in diesem Fall die Y-Achs-Richtung der Digi-Vorlage definiert (Bild 4)
Transformation P+P => P+P
Der erste Digitablett-Punkt Pa kommt in Grafis an die Stelle Pc; der zweite Punkt Pb kommt in Grafis nach Pd. Der Maßstabsfaktor und die Koordinatendrehungen werden gemäß diesen Vorgaben berechnet Bild 5. Nutzen Sie diese Transformation beispielsweise zum Einfügen/Ersetzen von Kurven.
Maßstabsfaktor
Für alle Transformationen außer bei P+P=> P+P ist der Maßstabsfaktor einzustellen. Mit diesem Faktor werden die digitalisierten Punktkoordinaten multipliziert. Eine Vorlage im Maßstab 1:2, die mit einem Maßstabsfaktor 2.00 digitalisiert wird, erscheint in Grafis in Originalgröße.
Belegung der 16-Tasten-Lupe [mit Tablett]
Zum Digitalisieren wird eine 16-Tasten-Lupe benötigt, deren Tasten mit folgenden Funktionen belegt sind Bild 6. Alle weiteren Funktionen befinden sich auf der Digitalisierschablone, die Sie hier Digitalisierschablone finden.
1: <digitalisieren>
Digipunkt setzen.
2: <ablegen+weiter>
Die aktive Linie/Kurve (rot) oder aktiven Punkte (schwarz, rund) werden abgelegt. Die nächste Linie/Kurve wird direkt angeschlossen. Der Anfangspunkt der nächsten Linie/Kurve ist gleich dem Endpunkt der letzten Linie/Kurve. Er wird nicht nochmals digitalisiert.
3: <ablegen+neu beginnen>
Die aktive Linie/Kurve oder aktiven Punkte werden abgelegt. Es wird ein neues Objekt mit neuem Anfangspunkt digitalisiert.
4: <nächstliegenden Digipunkt löschen>
Der zum Kursor nächstliegende, noch aktive Punkt (Digipunkt oder Gradierpunkt) wird gelöscht.
5: <digitalisieren mit Gradierpunkt>
Ein Digipunkt wird als Gradierpunkt digitalisiert.
6: <pick P>
Digipunkt auf einen Punkt setzen.
7: <pick L>
Digipunkt auf eine Linie/Kurve setzen.
8: <pick PL>
Digipunkt auf den Stützpunkt einer Linie/Kurve setzen.
9: <Zoomen Digibereich>
Der Bildausschnitt wird so gezoomt, dass er alle aktiven, noch nicht abgelegten Digiobjekte enthält.
10: <Zoomen alles>
Der Bildausschnitt wird so gezoomt, dass er alle Bildschirmobjekte enthält; analog der Funktion „Bild zentrieren“ mit <F6>.
11: <Zoomen +>
Bildausschnitt vergrößern.
12: <Zoomen ->
Bildausschnitt verkleinern.
15: <Punkte versetzen>
Versetzen von Gradierpunkten.
16: <Linien/Kurven neu digitalisieren>
Ersetzen von Linien/Kurven. Der Anfangs- und Endpunkt der Linie/Kurve kann nicht verändert werden.
Die Funktionen <Punkte versetzen> und <Linien/Kurven neu digitalisieren> sind besonders interessant für das Bearbeiten von Sprungwertschnitten, die bereits in eine Modellentwicklung eingebunden sind.
Digitalisieren von Punkten und Linien/ Kurven
Im Digitalisier-Modus erscheinen alle abgelegten Linien blau und alle aktiven Linien rot. Aktive Punkte sind rund und rot gefüllt, abgelegte Punkte sind schwarze Kreuze.
Umschalten zwischen [Punkte] und [Linie/Kurve] (auf der Menü-Schablone) wirkt sich auf alle aktiven Objekte aus.
Jede digitalisierte Linie oder Punktfolge muss mit <ablegen+weiter> bzw. <ablegen+neu beginnen> abgelegt werden. Anfangs- und Endpunkt einer Linie/ Kurve werden automatisch ein Gradierpunkt. Danach wird mit einem neuen Objekt fortgesetzt.
Kontrollieren Sie vor jedem Ablegen mit <Zoomen Digibereich>, ob die digitalisierte Kontur mit der Vorlage übereinstimmt.
Schrittfolge- Objekttyp [Punkte] oder [Linie/Kurve] auswählen
- im Fall [Linie/Kurve]; zu Beginn und nach <ablegen+neu beginnen>:
-
Anfangspunkt der Linie digitalisieren,
Variante 1 „Formen mit Zwischenpunkten“:
- Endpunkt der Linie digitalisieren,
- <Zoomen Digibereich>,
-
Zwischenpunkte digitalisieren,
Variante 2 „der Reihe nach digitalisieren“:
- Linienpunkte fortlaufend digitalisieren,
- <Zoomen Digibereich>,
- im Fall <Punkte>:
- alle Punkte digitalisieren
- Korrektur mit <nächstliegenden Digipunkt löschen>
- Ablegen der digitalisierten Linie/ des Punktes mit
- <ablegen+weiter>, falls der Endpunkt des digitalisierten Objektes gleich der Anfangspunkt des nächsten Objektes sein soll oder
- <ablegen+neu beginnen>, falls das nächste Objekt an einer anderen Stelle beginnt.
- Korrektur mit <Punkt versetzen> und <Linie/Kurve neu digitalisieren>
Digitalisieren Sie die Objekte der Vorlage. Die Umfangskontur sollte keine Lücken haben. Sie ist zu schließen, indem der Endpunkt der letzten Linie mit <pick P>, <pick L> oder <pick PL> an die vorhandenen Objekte angebunden wird.
Punkte auf Linien (beispielsweise Knipspositionen) sollten mit <pick L> an bereits digitalisierte Linien angebunden werden.
Das Digitalisieren wird am Beispiel des Blazer-Seitenteiles (Bild 7) erläutert, das Sie im Maßstab 1:2 hier als PDF öffnen können. Beachten Sie, dass je kleiner der Maßstab der Vorlage ist, umso ungenauer der digitalisierte Schnitt wird.
Befestigen Sie eine Kopie des Blazer-Seitenteiles auf dem Digitablett. Aktivieren Sie in der Teileliste ein leeres Teil, beschriften das Teil und setzen die Modellgröße (hier: __AN38_0) auf Position 01 der Größentabelle
. Die folgenden Schritte beziehen sich auf Bild 8.
Sprungwert → Sprungwertschnitt digitalisieren
digitalisieren
<TAB> nacheinander die Punkte P1 und P2 der Menü-Schablone digitalisieren
P+Py=>0,0 Punkt 11 und 10 nacheinander anklicken
Fa=2 für Vorlagen im Maßstab 1:2
[Linie/Kurve]
P1 mit <digitalisieren>
P2 mit <digitalis. mit Gradierpkt>
P3 mit <digitalis. mit Gradierpkt>
P4 mit <digitalisieren>
<Zoomen Digibereich>
Diese Kurve wurde „der Reihe nach“ digitalisiert. Die andere Variante folgt beim Digitalisieren der Armlochkurve.
Vor dem Ablegen mit den Punkten P14, P15, P16 die Kurve formen.
P14 mit <digitalisieren>
Falls P14 nicht die gewünschte Position hat, mit
P14 mit <nächstl. Digipkt löschen> löschen
P14 mit <digitalisieren>
P15 mit <digitalisieren>
P16 mit <digitalisieren>
<ablegen + weiter>
P5 mit <digitalisieren>
<Zoomen alles>
<ablegen + weiter>
Jetzt folgt die andere Digitalisiervariante. Es wird zuerst der Endpunkt digitalisiert und anschließend die Zwischenpunkte. Wir empfehlen diese Variante, da auch beim Digitalisieren gilt: Je weniger Punkte, desto schöner wird die Kurve.
P7 mit <digitalisieren>
<Zoomen Digibereich>
P6 mit <digitalis. mit Gradierpkt>
P17 mit <digitalisieren>
evtl. weitere Zwischenpunkte
<ablegen + weiter>
P9 mit <digitalisieren>
<Zoomen Digibereich>
P8 mit <digitalisieren>
Das <digitalis. mit Gradierpkt> wird jetzt nicht genutzt, da noch das Digitalisieren von Punkten behandelt werden soll.
P18 mit <digitalisieren>
P19 mit <digitalisieren>
evtl. weitere Zwischenpunkte
<ablegen + weiter>
Digitalisieren der Knipsposition P8 als Gradierpunkt.
[Punkte]
P8 mit <pick L> anklicken
<ablegen + neu beginnen>
[Linie/Kurve]
<Zoomen alles>
P9 mit <pick PL> anklicken
P1 mit <pick PL> anklicken
<ablegen + neu beginnen>
Die Kontur ist geschlossen. Auf allen Knipspositionen befinden sich Gradierpunkte. Digitalisieren Sie noch den Fadenlauf.
P10 mit <digitalisieren>
<ablegen + weiter>
P11 mit <digitalisieren>
<ablegen + weiter>
P12 mit <digitalisieren>
<ablegen + weiter>
P13 mit <digitalisieren>
<ablegen + neu beginnen>
Der Schnitt ist in der Modellgröße _AN38 digitalisiert. Führen Sie eine abschließende Kontrolle durch. Die Funktionstasten <F2> (Zoomen mit der Digi-Lupe) und <F6> funktionieren auch im Digitalisiermodus.
Das Löschen von Objekten ist nur im Modus Sprungwerte → Sprungwertschnitt digitalisieren, nicht in Sprungwerte → Sprungwertschnitt bearbeiten möglich. Zum Löschen von Punkten klicken Sie [Objekte löschen P] auf der Menü-Schablone an; zum Löschen von Linien/Kurven [Objekte löschen L] (Echo → rechte Menüleiste). Löschen Sie mit der Digitalisierlupe alle betreffenden Objekte. Das Löschen wird mit [Objekte löschen AUS] beendet.
Das Ersetzen von Objekten ist auch im Modus Sprungwerte → Sprungwertschnitt bearbeiten möglich. Sprungwertschnitte, die Basis einer Modellentwicklung sind, können damit nachträglich geändert werden. Zum Versetzen eines Punktes klicken Sie ihn mit der Lupentaste <Punkt versetzen> an und digitalisieren ihn erneut. Mit <Linie/Kurve neu digitalisieren> ersetzen Sie eine Linie/ Kurve. Anfangs- und Endpunkte der Linie/Kurve bleiben unverändert. Mit <ablegen + neu beginnen> legen Sie die neue Linie/Kurve ab.
Sollen die Sprungwerte aus einer Nestzeichnung digitalisiert werden, ist gemäß Sprungwerte digitalisieren fortzusetzen. Anderenfalls können Sie wählen zwischen
- alle Schnitte digitalisieren und erst später mit Sprungwerten versehen oder
- die Sprungwerte zum Schnitt sofort eingeben und danach den nächsten Schnitt digitalisieren.
Die Funktion [Auf Teil speichern] der Menü-Schablone gestattet das Speichern des digitalisierten Schnittes im Protokoll. Grafis öffnet ein Fenster in dem die Teilenummern und –Bezeichnungen angezeigt werden. Wählen Sie mit den Schablonen-Funktionen [
] und [
] ein freies Teil und speichern mit [JA]. Dieses Speichern direkt aus dem Digitalisiermodus erlaubt, mehrere Schnitte zu digitalisieren, ohne zwischen Digi-Lupe und Tastatur wechseln zu müssen. Die Bezeichnungen der zu digitalisierenden Teile können bereits vor dem Digitalisieren in die Teileliste eingetragen werden.
Das Digitalisieren beenden Sie mit [Digitalisieren verlassen] auf der Menü-Schablone. Sofern Sie nicht sofort mit dem nächsten Abschnitt von Digitalisieren der Schnittkontur weiterarbeiten, legen Sie mit speichern → Protokoll den digitalisierten Schnitt in das aktive Teil ab. Sie können ihn über Sprungwert → Sprungwertschnitt bearbeiten weiter bearbeiten.
Die Funktionen der Menü-Schablone
Beim Digitalisieren mit Digitalisiertablett ist die Menü-Schablone im aktiven Bereich des Digitabletts zu positionieren. Die Position der Menü-Schablone wird durch <Tab> und digitalisieren der Punkte P1 und P2 bestimmt. Die Felder der Menü-Schablone sind danach durch Anklicken aktivierbar und haben folgende Funktion:
[ P+Px => 0,0 ] nur mit Tablett
[ P+Px => P ] nur mit Tablett
[ P+Py => 0,0 ] nur mit Tablett
[ P+Py => P ] nur mit Tablett
[ P+P => P+P ] nur mit Tablett
Aktivieren einer der fünf bereits beschriebenen Eingabetransformationen.
[ Fa= ... – nur mit Tablett]
Eingabe des Maßstabsfaktors (ausgenommen für „P+P => P+P“).
[ Punkte ]
Einzelne Punkte digitalisieren (gilt für alle noch aktiven Digipunkte).
[ Linie/Kurve ]
Linie/Kurve digitalisieren (gilt für alle noch aktiven Digipunkte). Für eine Linie wählen Sie [ Linie/Kurve ], digitalisieren den Anfangs- und Endpunkt der Linie und legen das Objekt ab.
[ Sprungwerte EIN/AUS ]
Beginnen/Beenden des Digitalisierens von Sprungwerten aus einer Nestzeichnung, siehe Sprungwerte digitalisieren
[ Attribute setzen ]
Festlegen des Attributes für die aktive Objektart [Punkte] bzw. [Linie/Kurve]. Klicken Sie auf die gewünschte Attribut-Nummer 1, 2 oder 3. Die neue Attribut-Nummer erscheint als Echo auf der rechten Menüleiste hinter der aktiven Objektart in Klammern. Beispiel: Lin/Kur (3) bedeutet, dass eine digitalisierte Linie/Kurve das Linienattribut Nr. 3 erhält.
[ Objekte löschen ]
Löschen von Punkten mit [ Objekte löschen P ] bzw. Linien mit [ Objekte löschen L ]. Beenden des Löschens mit [ Objekte löschen AUS ].
[ Auf Teil speichern ]
Speichern des digitalisierten Schnittes auf ein noch auszuwählendes, leeres Teil der Teileliste. Mit [
] bzw. [
] wird in der Teileliste geblättert. Die Auswahl ist mit [ JA ] zu bestätigen.
[
] bzw. [
]
Blättern in der Teileliste.
[ speichern ] bzw. [ Abbruch ]
Bestätigen der Auswahl in der Teileliste bzw. Abbruch des Speicherns.
[ Digitalisieren verlassen ]
Verlassen des Digitalisiermodus. Der Dialog wird am Rechner fortgesetzt.
Folgende Funktionen wurden in der Übung nicht benutzt:
- Objekte löschen
- Attribute setzen und
- das Speichern aus dem Digitalisiermodus.
