Digitalisieren der Schnittkontur

Das Digitalisieren von Papierschnitten war über viele Jahre nur mit Hilfe eines Digitalisiertabletts möglich. Dazu wird ein Digitalisiertablett mit einer 16-Tasten-Lupe und einem zum Betriebssystem passenden WinTab-Treiber benötigt. Die alternative neue Methode ist das Digitalisieren von fotografierten Schnittteilen innerhalb von Grafis ohne Digitalisiertablett. Dazu werden die Schnittteile mit einer handelsüblichen Digitalkamera fotografiert, mit einer Zusatzsoftware nachbearbeitet, danach in Grafis als Hintergrundbild geladen und nachgestellt oder digitalisiert. Kleinteile, die mit einem Scanner eingescannt wurden, können auch ohne Zusatzprogramm in GRAFIS CAD als Hintergrundbild geladen und am Bildschirm digitalisiert werden. Das Zusatzprogramm PFP 2.1 bietet eine automatische Konturerfassung der fotografierten Schnittteile. Die Fotos und die Konturen werden in GRAFIS CAD interaktiv nachgestellt oder als Sprungwertschnitt bearbeitet werden. Das Digitalisieren der Konturen ist in diesem Fall nicht nötig.

Das Digitalisieren mit einem Digitalisiertablett hat eine Genauigkeit von theoretisch 1mm, und ist nur abhängig von der Welligkeit der Vorlage. Allerdings nimmt ein Digitalisiertablett viel Platz weg, hat hohe Anschaffungskosten und ist zudem schwer und unhandlich. Große Probleme gibt es in der Regel bei der Umstellung auf neue Betriebssysteme, da dann auch vom Hersteller ein neuer Treiber für das Digitalisiertablett benötigt wird.

Bild 1

Beim Digitalisieren fotografierter Schnitte in GRAFIS CAD hängt die Genauigkeit davon ab, wie fotografiert und wie gut danach das Foto nachbearbeitet wird. Zunächst werden die Schnittteile auf einem Rechteck mit bekannten Abmessungen platziert (Bild 1). Die Schnittteile müssen dann mit einer Digitalkamera mit guter Optik fotografiert werden. Das Nachbearbeiten der Fotos mit einem Zusatzprogramm ist notwendig, um Linsenverzerrungen durch die Kameraoptik und die Perspektive herauszurechnen und im Pixelbild den korrekten dpi-Wert einzutragen. Dieser Vorgang ist nicht hundertprozentig exakt. Je höher die Linsenverzerrung ist, umso eher kann es zu Abweichungen kommen. Linien auf einem Pixelbild haben danach nicht mehr die Genauigkeit einer Stiftbreite. Das Digitalisieren am Bildschirm ist daher etwas ungenauer als das Digitalisieren mit einem Digitalisiertablett. In der Regel reicht diese Genauigkeit allerdings völlig aus und es überwiegen die Vorteile, insbesondere die Ortsunabhängigkeit beim Fotografieren der Schnittteile, der geringe Kostenaufwand und Platzbedarf.

Das Zusatzprogramm PFP 2.1 und das Digitalisieren vom Hintergrundbild sind optional und werden vom Grafis-Team freigegeben und eingerichtet.