Überblick über das Zuweisen von Sprungwerten
Sprungwerte sollten nur in den Stützgrößen (auch Sprung-/Brechgrößen) vorgegeben werden. Alle anderen Größen berechnet Grafis automatisch durch Interpolation bzw. Extrapolation analog zur Berechnung der X-Werte.
Überblick über die Varianten zum Zuweisen von Sprungwerten
- Die Eingabe absoluter Sprungwerte (Sprungwerte editieren) ist die gängige Zuweisungsart. Die Sprungwerte können in mm oder 1/10mm eingegeben werden.
- Die Eingabe von Sprungdifferenzen (Sprungwerte editieren) ist ebenfalls gebräuchlich.
- Das Digitalisieren von Sprungwerten (Sprungwerte digitalisieren) wird benötigt, falls die Sprungwerte nicht als Zahlenwerte vorliegen, sondern nur indirekt über Größenstapel (Nestzeichnungen) oder Schablonensätze.
- Das Übertragen von Sprungwerten mit Kopieren oder Proportional (Sprungwertschnitt bearbeiten, Sprungwerte schleppen und übertragen) wird beispielsweise für zusätzliche Gradierpunkte benötigt.
- Mit dem Schleppen von Sprungwerten (Sprungwertschnitt bearbeiten, Sprungwerte schleppen und übertragen) können Sprungwerte „nach Augenmaß“ oder mit Rasterwerten verändert werden.
- Die Nutzung einer Sprungwert-Bibliothek (Sprungwert-Bibliothek anlegen, nutzen und ändern) ist für Firmen interessant, die langjährige Erfahrung mit dem Sprungwertgradieren haben und mit eigenen Bibliotheken arbeiten.
- Für das Übernehmen der Sprungwerte eines Vorlage-Schnittes (Sprungwerte übernehmen) sind zunächst bewährte, gradierbare Vorlagen für die interessierenden Modelltypen zu hinterlegen. Digitalisierte Erstschnitte ohne Gradierinformation können von diesen Vorlagen die Sprungwerte übernehmen.
- Der Import von Sprungwertschnitten anderer CAD-Systeme wird in Export/ Import behandelt.
Sprungwerte editieren
Gradierregeln sind in Grafis als Sprungwert-Tabellen gespeichert. Das Fenster zum Editieren der Sprungwert-Tabelle (Bild 1) öffnet sich nach Anklicken eines Gradierpunktes. Gradierpunkte sind mit einem roten bzw. grünen Kreis gekennzeichnet. Ein roter Kreis bedeutet, dass dem Gradierpunkt noch keine Gradierregel zugeordnet wurde. Ein roter Pfeil kennzeichnet den Gradierpunkt, dessen Sprungwert-Tabelle dargestellt ist. Die wichtigsten Elemente des Fensters sind in Bild 2 erläutert.
Anzeige der Sprungwerte in Millimeter oder 1/10 Millimeter. Die aktive Variante ist mit einem Häkchen gekennzeichnet. In der Praxis ist die Anzeigevariante 1/10 mm üblich.
Eingabe von Werten in der mit einem Balken markierten Zeile. Die Interpretation der Werte in X- und Y-Richtung ist abhängig von der unter Ansicht eingestellten Anzeigevariante. Die Werte werden mit
oder <ENTER> übernommen.
Werte der Eingabefelder „X“ und „Y“ übernehmen.
Die markierte Größe wird zur Stützgröße.
Markierte Größe als Stützgröße löschen.
Die Werte dieser Größe werden danach interpoliert.
Auswahl eines anderen Figurtyps
Anzeige des aktuell eingestellten Drehwinkels der Sprungwerte. Das Drehen der Sprungwerte wird aktiviert über Bearbeiten → Drehen/Spiegeln der Sprungwerte erlaubt
Nähere Erläuterungen dazu folgen im Text.
Eingabe einer eigenen Nummer (0 bis 999) zur Gradierregel, siehe auch Sprungwert-Bibliothek anlegen, nutzen und ändern.
Die Karteikarten norm und diff enthalten verschiedene Ansichtsvarianten der aktuellen Sprungwert-Tabelle (Bild 2 und Bild 3). Änderungen in einer Ansicht verändern auch den Inhalt der anderen Ansichten.
In dieses Editierfeld können Sie eigene Kommentare zur Gradierregel hinterlegen. Mit Doppelklick wird es geöffnet. Anklicken einer anderen Funktion schließt es. Grafis trägt in dieses Feld automatisch Informationen über den Ursprung der Regel und das Schleppen der Gradierpunkte ein.
Die Spalten dieser Ansicht enthalten:
- die Kennungen für Basis- und Stützgrößen. Das Zeichen >> kennzeichnet die Basisgröße, auf die sich die Sprungwerte beziehen. Das Zeichen > kennzeichnet die Stützgrößen.
- die Größenbezeichnung,
- den Sprungbetrag der Größe in X-Richtung, als Differenz zur Basisgröße. Die Anzeige erfolgt in mm oder 1/10 mm, je nach Einstellung unter Ansicht.
- den Sprungbetrag der Größe in Y-Richtung.
Für alle Nicht-Stützgrößen werden die Sprungwerte aus benachbarten Stützgrößen interpoliert bzw. extrapoliert.
Eine Größe wird zur Stützgröße, indem die Größe markiert, die Vorgaben gegebenenfalls geändert und mit
übernommen werden.
Betrachten Sie die Gradierregel in der Differenzansicht (Bild 4).
In dieser Ansicht sind zusätzlich zu den Werten der Stützgröße auch die Differenzen je Größensprung dargestellt und editierbar. In Bild 4 sind das die Größen 32, 36 und 46. Die Basisgröße 36 ist mit >> gekennzeichnet. Die Zeile mit dem Größenbezeichner in der zweiten Spalte enthält den Sprungwert dieser Größe als Differenz zur Basisgröße. Die jeweils folgende Zeile mit der Kennung ddx bzw. ddy gibt den Differenzwert je Größensprung an. In der Differenzansicht sollten die Differenzwerte bearbeitet werden.
Sofern Ihnen die Differenzwerte je Größensprung vorliegen, gehen Sie bei der Eingabe von Sprungwerten wie folgt vor:
- Kennzeichnen Sie in der Normalansicht alle Stützgrößen, indem Sie die betreffende Größe markieren und mit
den Wert übernehmen. - Ansicht → Nur Stützgrößen
Danach wechseln Sie zur Differenzansicht und geben die Sprungdifferenzen in X und Y ein.
Hinweis: Sind die Sprungdifferenzen über den gesamten Größengang gleich, übernehmen Sie eine (gegenüber der Basisgröße) größere Größe als Stützgröße. Sofern Größe 36 die Basisgröße ist, übernehmen Sie Größe 38 mit
und geben für die Größe 38 in der Normal- oder Differenzansicht die Sprungdifferenzen ein.
Ist der Schalter Allgemeine Gradierregel gesetzt, dann gilt diese Gradierregel für alle Linien der Suchumgebung. Treffen zwei Linien in einer Ecke aufeinander, dann muss dieser Schalter gesetzt sein. Der Schalter darf nicht gesetzt sein, wenn eine Regel nur für eine Linie/einen Punkt gelten soll. Berührt beispielsweise die Fadenlauf-Linie in der Basisgröße zufällig die Kontur, dann darf die Gradierregel am Fadenlauf keine allgemeine Gradierregel sein, anderenfalls ‚hängt’ beim Gradieren die Konturlinie am Fadenlauf.
Eine Gradierregel an einem Strichknips muss hingegen eine allgemeine Gradierregel sein, da anderenfalls die Basislinie vom Knips gelöst wird, siehe Bild 5.
Die Funktionen im Sprungwert-Fenster in Bild 2 haben folgende Bedeutung:
Datei →Speichern in Bibliothek...
Speichert die Sprungwert-Tabelle in einer Sprungwert-Bibliothek, sofern eine vorhanden ist (Sprungwert-Bibliothek anlegen, nutzen und ändern).
Datei →Löschen aus Bibliothek...
Löscht die Sprungwert-Tabelle aus der Sprungwert-Bibliothek (Sprungwert-Bibliothek anlegen, nutzen und ändern).
Datei →Drucken
Druckt die einzelne Sprungwert-Tabelle in der aktiven Anzeigevariante. Eine Übersicht über alle Sprungwert-Tabellen kann über den Menüpunkt drucken ausgegeben werden.
Datei →Schließen oder 
Schließt das Fenster.
Bearbeiten → Gradierpunkt wird neuer Stapelpunkt
Der markierte Gradierpunkt wird neuer Stapelpunkt des Sprungwertschnittes.
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Bearbeiten → Stützgrößen reduzieren (alle Gradierpunkte)
Das Kennzeichen für Stützgröße wird automatisch für alle Größen entfernt, deren Werte sich durch Interpolation aus benachbarten Stützgrößen unverändert berechnen lassen. In einem Zwischenschritt kann der Anwender die bevorzugten Stützgrößen markieren, siehe Bild 6. Bei konstanten Sprüngen bleiben die ausgewählten Größen als Stützgrößen erhalten. Es werden nur Stützgrößen gelöscht, die tatsächlich nicht für die Gradierung benötigt werden. Die Gradierung bleibt nach diesem Aufruf unverändert.
Bearbeiten → Stützgrößen reduzieren (dieser Gradierpunkt)
wie vor, jedoch nur für den markierten Gradierpunkt.
Bearbeiten → X und Y nullen
Alle Sprungwert-Vorgaben löschen. Nach diesem Aufruf wird der Gradierpunkt nicht gradiert, er bleibt beim Gradieren liegen.
Bearbeiten → X bzw. Y nullen
Die Sprungwert-Vorgaben der X- bzw. Y-Komponente löschen. Nach diesem Aufruf wird der Gradierpunkt nur noch in einer Komponente gradiert.
Bearbeiten → Drehen/Spiegeln der Sprungwerte erlaubt
Sobald vor dieser Option ein Häkchen gesetzt ist, können die Sprungwerte des markierten Gradierpunktes gedreht und gespiegelt werden. Dazu erscheint ein Fadenkreuz mit den Funktionen analog <F3>. Das Drehen und Spiegeln von Sprungwerten sollte nur von versierten Anwendern genutzt werden! Der Drehwinkel und das Spiegeln werden in der Sprungwert-Tabelle angezeigt. Die Gradierung ändert sich.
Bearbeiten → Drehen/Spiegeln des gesamten Sprungwertschnittes erlaubt
Sobald vor dieser Option ein Häkchen gesetzt ist, kann der Schnitt gedreht werden. Die Sprungwerttabellen werden aktualisiert, so dass sich der Schnitt unverändert gradiert.
Bearbeiten → Gradierung eine Größe nach oben schieben
Die Modellgröße und die Sprünge verschieben sich eine Größe nach oben. Die Kontur der größeren Größe wird die neue Basis für die Gradierpunktberechnung. Der Gradierstapel ändert sich bei ungleichmäßigem Sprungverlauf.
Ansicht → mm oder Ansicht → 1/ 10mm
Anzeige der Werte in Millimeter oder Zehntel Millimeter.
Ansicht → Nur Stützgrößen
Es werden nur Stützgrößen angezeigt.
Ansicht → Zeige individuelle Größen
Die in der Größentabelle eingetragenen individuellen Größen werden auf der Position der zugehörigen Standardmaßtabelle angezeigt.